Schlaf und Arbeit: Warum Schlaf ein HR-Thema ist

Schlaf ist privat, Arbeitsbelastung, Erreichbarkeit und Arbeitszeiten sind es nicht. Was die Arbeit mit dem Schlaf macht, wo die Rolle des Arbeitgebers endet und wie Sie schlaffreundliche Arbeit organisieren.
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Jeder dritte Niederländer hat Schlafprobleme, und mehr als vier von zehn schlafen dauerhaft zu wenig. In einem Team von zehn Personen sind das im Schnitt drei. In den Fehlzeiten sieht man es selten, eher in Konzentration, Geduld und Energie. Schlaf und Arbeit beeinflussen sich gegenseitig. Und damit ist Schlaf auch ein HR-Thema. Nicht, um sich in die Nächte der Menschen einzumischen, sondern um den Tag gut zu gestalten.

Die Arbeit spielt oft eine Rolle

Von den Beschäftigten mit Schlafproblemen nennen 49% die Arbeit als Ursache, ebenso oft wie private Umstände. Genannt werden vor allem zu viel Arbeit und nicht abschalten können. Eine Metaanalyse von 152 Studien zeigt, dass eine höhere Arbeitsbelastung mit kürzerem und schlechterem Schlaf einhergeht und schlechter Schlaf mit weniger Gesundheit und Arbeitsfreude (Litwiller u. a., 2017). Vier Merkmale der Arbeit hängen am deutlichsten mit dem Schlaf zusammen, und alle vier liegen im Einflussbereich der Organisation:

  • Arbeitsbelastung. Mehr Arbeit geht mit kürzerem und schlechterem Schlaf einher.
  • Nicht abschalten. Wer nach Feierabend mental abschaltet, schläft besser. Erreichbarkeit nach Feierabend erschwert das Abschalten.
  • Arbeitszeiten und Nachtarbeit. Nachtarbeitende haben 1,5- bis 2-mal so häufig Schlafprobleme.
  • Konflikte und emotionale Arbeit. Sie hängen mit weniger Abschalten zusammen und damit mit einer unruhigeren Nacht.

Was Schlaf mit der Arbeit macht

Nach 17 bis 19 Stunden ohne Schlaf schnitten Versuchspersonen in manchen Tests ebenso schlecht ab wie mit 0,5 Promille Alkohol (Williamson und Feyer, 2000). Wer um 7 Uhr aufsteht, erreicht diesen Punkt gegen Mitternacht. Und das gilt auch für Führungskräfte: Nach einer schlechten Nacht reagieren sie häufiger abweisend auf ihr Team, und das Engagement dieses Teams sinkt mit (Barnes u. a., 2015). Lesen Sie auch, wie Sie Stress bei der Arbeit früher erkennen.

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Wo die Rolle des Arbeitgebers endet

Schlaf ist persönlich. Ein Arbeitgeber, der sich einmischt, schadet dem Vertrauen. Ein Arbeitgeber, der die Arbeit gut gestaltet, hilft dagegen. Sache des Arbeitgebers: realistische Arbeitsbelastung und Planung, Vereinbarungen zur Erreichbarkeit, gesunde Dienstpläne, Führungskräfte, die mit gutem Beispiel vorangehen, und freiwillige, vertrauliche Unterstützung. Nicht Sache des Arbeitgebers: Schlaf messen, Schlaf an die Beurteilung koppeln oder die Ursache mit „geh früher ins Bett“ beim Mitarbeitenden suchen.
Die niederländische Datenschutzbehörde entschied 2016, dass Arbeitgeber keine Gesundheitsdaten aus Wearables verarbeiten dürfen, etwa Schlafmuster, auch nicht mit Einwilligung. In einem Arbeitsverhältnis ist diese Einwilligung selten wirklich freiwillig.

Was wirkt?

  • KVT-I über die Arbeit ist am besten belegt: Eine Metaanalyse von 12 Studien mit 827 Beschäftigten zeigt rund 20% weniger schwere Schlaflosigkeit (Vega-Escaño u. a., 2020).
  • Kontrolle über die Arbeitszeit mit Training für Führungskräfte ließ Menschen in einer randomisierten Studie 8 Minuten pro Nacht länger schlafen (Olson u. a., 2015).
  • Teamvereinbarungen zur Erreichbarkeit liegen auf der Hand, auch wenn sie selbst noch wenig untersucht sind.
  • Nur Aufklärung über Schlafhygiene reicht als alleiniger Ansatz nicht aus.

Beginnen Sie mit der Erreichbarkeit

Am schnellsten spürbar: Teamvereinbarungen zu E-Mails und Apps nach Feierabend. Legen Sie gemeinsam fest, ab welcher Uhrzeit keine Nachrichten mehr verschickt werden, wie man bei echten Notfällen erreichbar ist und wie freie Tage und Teilzeittage respektiert werden. Die Führungskraft hält sich als Erste daran.

Loslegen

Das Modul Arbeitsbelastung in Deepler Research misst Arbeitszeiten, Erholung und mentale Belastung pro Team: anonym, nach Generation oder Altersgruppe, ohne Fragen zum Schlaf einer Person. Sehen Sie auch, wie eine Bildungsorganisation die Arbeitsbelastung pro Team sichtbar gemacht hat.

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Quellen

  • Kerkhof, G. (2017). Epidemiology of sleep and sleep disorders in The Netherlands. Sleep Medicine, 30, 229-239.
  • Niederländischer Gesundheitsrat (2017). Gezondheidsrisico’s door nachtwerk (Gesundheitsrisiken durch Nachtarbeit). Gutachten 2017/17.
  • Litwiller, B. u. a. (2017). The relationship between sleep and work: a meta-analysis. Journal of Applied Psychology, 102(4), 682-699.
  • Barnes, C. u. a. (2015). You wouldn’t like me when I’m sleepy. Academy of Management Journal, 58(5), 1419-1437.
  • Vega-Escaño, J. u. a. (2020). Insomnia interventions in the workplace: a systematic review and meta-analysis. IJERPH, 17(17), 6401.
  • Niederländische Datenschutzbehörde (2016). Entscheidung zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten aus Wearables durch Arbeitgeber.
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Über den Autor

Sanne Huisman

Sanne Huisman

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Sanne ist das Herzstück des Knowledge Centers von Deepler. Sie übersetzt Forschungsergebnisse, Daten und praktische Erfahrungen in konkrete Anwendungen für Unternehmen. Ob Mitarbeiterbefragung, Whitepaper oder praktische Unterstützung – Sanne stellt sicher, dass Wissen nicht verloren geht, sondern genutzt wird, um sowohl unsere Arbeit als auch unsere Produkte zu verbessern.

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