Implementierung von Analytics für bessere Recruiting-Entscheidungen
Von Bauchgefühl zu datengetriebenem Recruiting: Analytics im Recruitment Die Zeit, in der Recruitmen...
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Inhaltsverzeichnis
Die HR-Abteilung sitzt auf einer Goldmine an Daten. Lernergebnisse, Trainingsteilnahme, Kompetenzbeurteilungen, Feedback aus Evaluationen. Dennoch entwickeln viele Organisationen Lernpläne auf Basis von Gefühl und Erfahrung. Dabei können die Zahlen eine ganz andere Geschichte erzählen.
Bei der Datenanalyse für Lernpläne geht es nicht um komplizierte Dashboards oder komplexe Statistik. Es geht darum, verfügbare Informationen intelligent einzusetzen, um Entwicklungsprogramme effektiver zu gestalten. Um zu sehen, was funktioniert, was nicht funktioniert und wo Ihre Investition den größten Ertrag bringt.
Die Erwartungen an Lernen und Entwicklung haben sich verändert. CFOs wollen wissen, was diese Trainingsbudgets bringen. Manager suchen nach gezielten Interventionen statt One-size-fits-all-Programmen. Und Mitarbeiter erwarten Entwicklung, die auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten ist.
Traditionelle Lernpläne werden oft aus dem Angebot heraus entwickelt. Ein externer Anbieter hat ein interessantes Programm, also rollen wir das aus. Oder es gibt eine neue Richtlinie, also bekommt jeder ein Training. Die Frage, ob dies den tatsächlichen Entwicklungsbedürfnissen entspricht, bleibt oft unbeantwortet.
Datenanalyse dreht diese Logik um. Sie starten mit konkreten Fragen: Wo stoßen Mitarbeiter an Grenzen? Welche Kompetenzen machen den Unterschied in der Performance? Wo sehen wir Wissenslücken, die sich auf Ergebnisse auswirken? Die Antworten finden Sie in den Daten, die Ihre Organisation bereits sammelt.
Effektive Datenanalyse für Lernpläne ruht auf vier Fundamenten, die zusammen ein vollständiges Bild ergeben.
Die erste Säule ist die deskriptive Analyse. Dies ist die Basisebene: Was passiert jetzt? Wie viele Mitarbeiter haben welche Trainings absolviert? Wie hoch sind die durchschnittlichen Testergebnisse? Wie hoch ist die Abschlussquote von E-Learning-Modulen? Diese Zahlen geben Ihnen einen objektiven Überblick über die aktuelle Situation.
Die erklärende Analyse geht einen Schritt weiter und fragt nach dem Warum. Warum schneiden manche Teams bei bestimmten Kompetenzen besser ab? Warum ist die Abbruchquote bei bestimmten Trainings höher? Durch die Suche nach Mustern in Ihren Daten entdecken Sie zugrunde liegende Ursachen. Vielleicht stellt sich heraus, dass Trainings am Freitagnachmittag strukturell niedrigere Zufriedenheitswerte erzielen, oder dass bestimmte Vorkenntnisse entscheidend für den Erfolg einer Folgeschulung sind.
Die dritte Säule ist die prädiktive Analyse. Hier nutzen Sie historische Daten, um zukünftige Ergebnisse vorherzusagen. Welche Mitarbeiter haben das größte Risiko, während eines intensiven Entwicklungsprogramms abzubrechen? Welche Kombination von Trainings führt zu den besten Performance-Ergebnissen? Diese Erkenntnisse helfen Ihnen, proaktiv zu steuern.
Die präskriptive Analyse ist die fortgeschrittenste Ebene. Diese gibt konkrete Empfehlungen: Was sollten Sie tun? Basierend auf allen verfügbaren Daten erhalten Sie Vorschläge für optimale Lernpfade pro Mitarbeiter oder Funktionsgruppe. Denken Sie an adaptive Lernpfade, die sich automatisch basierend auf Fortschritt und Ergebnissen anpassen.
Ein strukturierter Ansatz verhindert, dass Sie in Zahlen ertrinken, ohne konkrete Folgeschritte zu haben. Ein guter Datenanalyseplan für Lernpläne folgt einer klaren Route.
Beginnen Sie mit der Definition Ihrer Fragestellung. Was wollen Sie genau wissen? „Wir wollen bessere Trainings“ ist zu vage. „Wir wollen wissen, welche Elemente unseres Führungsprogramms innerhalb von drei Monaten zu messbaren Verhaltensänderungen führen“ ist konkret und messbar.
Identifizieren Sie anschließend, welche Datenquellen Sie benötigen. Denken Sie an LMS-Daten über Trainingsteilnahme und Ergebnisse, Performance-Daten aus Beurteilungsgesprächen, Feedback aus Mitarbeiterbefragungen und möglicherweise sogar Geschäftszahlen wie Kundenzufriedenheit oder Produktivitätskennzahlen. Bei Deepler sehen wir regelmäßig, dass Organisationen von der Fülle an nutzbaren Daten überrascht sind, die sie bereits sammeln.
Der nächste Schritt ist das tatsächliche Sammeln und Bereinigen von Daten. Das klingt langweilig, ist aber entscheidend. Unvollständige Datensätze, unterschiedliche Namenskonventionen zwischen Systemen oder veraltete Informationen können Ihre Analyse vollständig verzerren. Investieren Sie hier die Zeit.
Dann kommt die eigentliche Analyse. Abhängig von Ihrer Fragestellung und verfügbarer Expertise kann dies von einfachen Excel-Analysen bis zu fortgeschritteneren statistischen Methoden reichen. Das Ziel ist immer dasselbe: Muster entdecken, die zu besseren Entscheidungen führen.
Übersetzen Sie Ihre Erkenntnisse in konkrete Einsichten, die für Entscheidungsträger relevant sind. Ein Diagramm mit Korrelationen sagt wenig, aber „Mitarbeiter, die Training X vor Training Y absolvieren, erzielen 23% höhere Punktzahlen im Abschlusstest und wenden das Wissen schneller in der Praxis an“ gibt Orientierung.
Formulieren Sie basierend auf Ihren Erkenntnissen konkrete Empfehlungen zur Optimierung von Lernplänen. Seien Sie spezifisch: Welche Trainings müssen angepasst werden, welche Reihenfolge ist optimal, wo ist zusätzliche Begleitung erforderlich?
Der letzte Schritt ist Monitoring und Nachjustierung. Implementieren Sie Ihre Verbesserungen und messen Sie erneut. Datenanalyse für Lernen ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess.
Eine mittelgroße Organisation hatte ein umfangreiches Onboarding-Programm für neue Mitarbeiter. Das Programm kostete viel Zeit und Geld, aber niemand wusste genau, was es brachte.
Durch die Kombination verschiedener Datenquellen entstand ein aufschlussreiches Bild. Aus den LMS-Daten ging hervor, dass bestimmte Module strukturell niedrige Bewertungen hatten. Performance-Daten zeigten, dass Mitarbeiter, die diese Module übersprungen hatten, keine schlechteren Beurteilungen erhielten. Retention-Daten zeigten, dass Mitarbeiter, die intensive Begleitung bei bestimmten Teilen erhielten, signifikant länger blieben.
Die Schlussfolgerung: Drei Module konnten gestrichen, zwei mussten vollständig neu gestaltet und bei einem Teil war persönliches Coaching essenziell. Das Ergebnis war ein kürzeres, effektiveres Programm mit 30% niedrigeren Kosten und höheren Zufriedenheitswerten.
Manche Organisationen entscheiden sich dafür, eine spezialisierte Rolle zu schaffen: den Datenoptimierungsanalysten für L&D. Dieser Fachmann kombiniert Kenntnisse über Lernen und Entwicklung mit analytischen Fähigkeiten.
Der Analyst sammelt und integriert Daten aus verschiedenen Quellen, führt Analysen durch und übersetzt Erkenntnisse in konkrete Verbesserungsvorschläge. Aber noch wichtiger: Diese Person fungiert als Brücke zwischen den Zahlen und der Praxis. Sie helfen HR-Fachleuten und Managern, datengestützte Entscheidungen zu treffen, ohne dass jeder einen Statistikkurs absolvieren muss.
Für viele Organisationen ist ein Vollzeit-Analyst nicht realisierbar. Dann kann diese Rolle mit anderen HR-Analytics-Aufgaben kombiniert werden, oder Sie können mit externer Expertise arbeiten, die periodisch bei der Optimierung mitdenkt.
Der größte Fallstrick ist das Sammeln von Daten ohne klares Ziel. Sie bauen beeindruckende Dashboards, die niemand nutzt, weil sie keine konkreten Fragen beantworten. Beginnen Sie immer mit der Frage, was Sie wissen wollen, nicht mit dem, was Sie messen können.
Ein zweites Risiko ist der Tunnelblick auf quantitative Daten. Zahlen erzählen einen wichtigen Teil der Geschichte, aber nicht alles. Kombinieren Sie harte Daten mit qualitativem Input aus Gesprächen und Beobachtungen. Ein Training kann hohe Zufriedenheitswerte erzielen, aber dennoch keine Verhaltensänderung bewirken.
Viele Organisationen unterschätzen die Datenschutzaspekte. Bei der Analyse individueller Lerndaten müssen Sie sorgfältig mit persönlichen Informationen umgehen. Seien Sie transparent darüber, was Sie messen und warum, und sorgen Sie für angemessene Sicherheit.
Schließlich: die Analyse-Lähmung. Sie sammeln und analysieren weiter Daten, ohne jemals zur Aktion überzugehen. Perfekte Daten gibt es nicht. Irgendwann müssen Sie Entscheidungen mit den verfügbaren Informationen treffen, implementieren und dann weiter optimieren.
Sie brauchen keine fortgeschrittenen KI-Systeme, um mit der Datenanalyse für Lernpläne zu beginnen. Starten Sie mit den Tools, die Sie bereits haben: Ihr LMS, Ihr HRIS, vielleicht eine Tabellenkalkulation.
Je reifer Sie im datengestützten Arbeiten werden, desto mehr können Sie in integrierte Systeme investieren, die automatisch Zusammenhänge zwischen Lerndaten und Geschäftsergebnissen herstellen. Plattformen, die prädiktive Modelle erstellen oder personalisierte Lernpfade generieren. Aber diese Investition ist erst wertvoll, wenn Sie die Grundlagen im Griff haben.
Bei Deepler sehen wir, dass Organisationen, die erfolgreich im datengestützten L&D sind, nicht unbedingt die fortschrittlichste Technologie haben. Sie haben jedoch eine Kultur, in der Entscheidungen systematisch anhand von Fakten überprüft werden, wo Experimentieren gefördert wird und wo Erkenntnisse schnell zu Anpassungen führen.
Datenanalyse für Lernpläne ist kein Selbstzweck. Es geht um bessere Entwicklung von Mitarbeitern, höhere Performance und letztendlich bessere Geschäftsergebnisse.
Die Organisationen, die hierin erfolgreich sind, behandeln ihre Lerndaten mit derselben Professionalität wie ihre Finanzzahlen oder Kundendaten. Sie investieren in die richtigen Kompetenzen, schaffen klare Prozesse und bleiben kritisch hinsichtlich dessen, was funktioniert und was nicht.
Der erste Schritt ist oft der wichtigste: Wählen Sie ein konkretes Lernprogramm oder Programm, bei dem Sie Zweifel haben. Formulieren Sie eine klare Frage. Sammeln Sie die relevanten Daten. Analysieren Sie, was Sie sehen. Und passen Sie basierend auf Ihren Erkenntnissen an.
Diese eine Optimierung liefert nicht nur ein besseres Programm, sondern auch wertvolle Erfahrung mit datengestütztem Arbeiten. Erfahrung, die Sie auf andere Teile Ihrer L&D-Strategie ausweiten können. So bauen Sie Schritt für Schritt eine Organisation auf, die aus ihren Daten lernt und dadurch effektiver lernt.
Über den Autor
Leon Salm
Leon ist ein leidenschaftlicher Autor und Gründer von Deepler. Mit seinem scharfen Blick für das System und seiner Leidenschaft für die Software hilft er seinen Kunden, Partnern und Organisationen dabei, voranzukommen.
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