Entwicklung einer Unternehmenskultur, die interne Mobilität unterstützt
Die Entwicklung einer Unternehmenskultur, die interne Mobilität unterstützt Der Arbeitsmarkt ist ang...
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Inhaltsverzeichnis
Der erste Arbeitstag. Ein neues Gesicht am Kaffeeautomaten. Ein frischer Blick auf bestehende Prozesse. Für viele Organisationen ist die Ankunft neuer Mitarbeitender ein Moment der Energie und Erneuerung. Aber was bestimmt, ob sich diese Energie in langfristiges Engagement und Leistung übersetzt?
Die Antwort liegt tiefer als ein gut gestaltetes Einarbeitungsprogramm. Die Unternehmenskultur, diese oft schwer greifbare Mischung aus Werten, Verhalten und ungeschriebenen Regeln, steuert die Onboarding-Erfahrung von der ersten Minute an. Und dieser Einfluss ist messbar: Organisationen, die Kultur in den Mittelpunkt ihres Onboardings stellen, sehen eine Verbesserung der Retention um 82% und einen Anstieg der Produktivität um mehr als 70%.
Dennoch bleibt Kultur in vielen Onboarding-Programmen eine Nebensache. Eine Folie in der Willkommenspräsentation, ein Absatz im Mitarbeiterhandbuch. Dabei bestimmt gerade diese Kultur, ob neue Mitarbeitende sich zu Hause fühlen, die Kernwerte verstehen und schnell produktiv werden.
Neue Mitarbeitende bilden sich rasend schnell ein Bild von einer Organisation. Forschung zeigt, dass sich der erste Eindruck innerhalb weniger Tage kristallisiert, oft noch bevor das formale Onboarding-Programm richtig beginnt. Dieser erste Eindruck wird nicht durch das bestimmt, was im Willkommenspaket steht, sondern durch das, was Mitarbeitende erleben.
Wird Zeit für sie freigemacht? Fühlen sie sich beim Mittagessen willkommen? Trauen sie sich, Fragen zu stellen? Dies sind alles Ausprägungen der Unternehmenskultur, die direkt beeinflussen, wie schnell sich jemand verbunden fühlt.
Eine starke Unternehmenskultur schafft psychologische Sicherheit von Tag eins an. Neue Mitarbeitende spüren, dass sie Fehler machen dürfen, Fragen stellen dürfen und sie selbst sein dürfen. Diese Sicherheit ist essenziell für Lernen und Entwicklung. Ohne diese Basis bleiben Menschen vorsichtig, abwartend und weniger produktiv.
Organisationen mit einer bewusst gestalteten Kultur integrieren diese Werte direkt in den Onboarding-Prozess. Sie zeigen nicht nur, was die Kultur ist, sondern lassen neue Mitarbeitende diese auch erleben. Das macht den Unterschied zwischen Wissen und Fühlen.
Erfolgreiches Onboarding ruht auf vier Fundamenten, oft als die vier C’s bezeichnet: Compliance, Clarification, Culture und Connection. Jedes Element spielt eine Rolle, aber Kultur und Verbindung bestimmen, ob jemand bleibt und wächst.
Compliance betrifft die formale Seite: Verträge, Sicherheitsvorschriften, Systeme. Clarification verdeutlicht die Rolle, Erwartungen und Ziele. Diese beiden sind notwendig, aber nicht ausreichend. Sie sorgen dafür, dass jemand funktionieren kann, aber nicht dafür, dass jemand bleiben will.
Culture bringt neue Mitarbeitende in Kontakt mit den Werten, Normen und Verhaltensweisen, die die Organisation prägen. Dies geschieht nicht über eine Präsentation, sondern durch Geschichten, Beispiele und tägliche Interaktionen. Wenn eine Führungskraft sich Zeit für ein persönliches Gespräch nimmt, wenn Kolleg:innen spontan Hilfe anbieten, wenn Fehler als Lernmomente gesehen werden, dann wird Kultur greifbar.
Connection dreht sich um Beziehungen. Forschung zeigt, dass neue Mitarbeitende, die innerhalb der ersten Monate starke Arbeitsbeziehungen aufbauen, signifikant länger bleiben und engagierter sind. Eine Kultur, die Zusammenarbeit wertschätzt, schafft natürliche Momente für diese Verbindungen. Denken Sie an Teamlunches, Kennenlern-Gespräche oder ein Buddy-System, das über das bloße Beantworten praktischer Fragen hinausgeht.
Die Auswirkung einer guten Unternehmenskultur reicht weiter als eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Sie beeinflusst direkt die Business Outcomes, die HR-Professionals und Geschäftsführungen wichtig sind.
Die Retention verbessert sich dramatisch, wenn Kultur und Onboarding aufeinander abgestimmt sind. Mitarbeitende, die von Anfang an spüren, dass sie zur Organisation passen, verlassen diese seltener. Das spart nicht nur Recruitmentkosten, sondern erhält auch wertvolles Wissen und Kontinuität in Teams.
Die Produktivität steigt, weil neue Mitarbeitende schneller verstehen, wie die Dinge funktionieren. Nicht nur die formalen Prozesse, sondern auch die informellen: An wen kann man sich mit welcher Frage wenden, wie werden Entscheidungen getroffen, was ist akzeptabel und was nicht. Dieses kulturelle Wissen beschleunigt die Time-to-Productivity erheblich.
Das Engagement der Mitarbeitenden profitiert enorm von einer starken kulturellen Basis. Mitarbeitende, die die Werte der Organisation teilen und sich mit Kolleg:innen verbunden fühlen, sind motivierter und engagierter. Sie denken mit, ergreifen Initiative und tragen zu Innovation bei.
Die Arbeitgebermarke erhält einen Boost, wenn neue Mitarbeitende positive Erfahrungen teilen. In Zeiten von Fachkräftemangel ist dies Gold wert. Zufriedene Mitarbeitende sind die besten Botschafter:innen für Ihre Organisation.
Unternehmenskultur entsteht nicht von selbst und ist auch nicht statisch. Verschiedene Faktoren bestimmen, wie sich Kultur entwickelt und wie stark diese ist.
Führung steht an erster Stelle. Die Werte und das Verhalten von Führungskräften geben den Ton für die gesamte Organisation an. Wenn Führungskräfte sagen, dass Feedback wichtig ist, aber selbst nie um Feedback bitten, dann wird das zur tatsächlichen Kultur. Neue Mitarbeitende nehmen diese Signale blitzschnell wahr.
Kommunikation bildet die Adern Ihrer Kultur. Wie wird kommuniziert, sowohl formal als auch informell? Ist Kommunikation transparent oder verschlossen? Werden Mitarbeitende informiert oder einbezogen? Diese Muster bestimmen, ob Menschen sich gehört und wertgeschätzt fühlen.
Struktur und Prozesse spiegeln kulturelle Prioritäten wider. Eine Organisation, die Innovation predigt, aber bürokratische Prozesse hat, sendet widersprüchliche Signale. Die Art und Weise, wie Arbeit organisiert ist, sagt mehr über die Kultur aus als jedes Mission Statement.
Wertschätzung und Anerkennung zeigen, was der Organisation wirklich wichtig ist. Werden nur Ergebnisse belohnt oder auch Verhalten und Zusammenarbeit? Erhalten Menschen Anerkennung dafür, Kolleg:innen zu helfen? Diese Signale formen die Kultur genauso stark wie formale Richtlinien.
Diversität und Inklusion bestimmen, ob sich alle willkommen fühlen. Eine Kultur, die unterschiedliche Perspektiven wertschätzt, zieht nicht nur diverse Talente an, sondern behält sie auch. Für neue Mitarbeitende ist dies direkt sichtbar darin, wer am Tisch sitzt und wessen Stimme gehört wird.
Viele Organisationen ringen damit, Kultur greifbar zu machen. Wie wissen Sie, ob neue Mitarbeitende die Kultur verstehen und annehmen? Wie messen Sie, ob Ihr Onboarding kulturell effektiv ist?
Mitarbeiterbefragungen sind ein kraftvolles Instrument, um dies sichtbar zu machen. Indem Sie zu festen Zeitpunkten während des Onboardings gezielte Fragen stellen, erhalten Sie Einblick, wie neue Mitarbeitende die Kultur erleben. Fühlen sie sich willkommen? Verstehen sie die Werte? Erleben sie psychologische Sicherheit?
Bei Deepler sehen wir, dass Organisationen, die diese Messungen strukturell durchführen, viel schneller nachjustieren können. Wenn sich zeigt, dass neue Mitarbeitende sich in Woche zwei noch nicht trauen, sich zu äußern, können Sie direkt handeln. Das verhindert, dass Menschen monatelang mit Fragen oder Zweifeln herumlaufen.
Die Kraft liegt in der Kombination aus quantitativen und qualitativen Daten. Scores geben Richtung, aber die Geschichten dahinter geben Kontext. Warum fühlt sich jemand zu Hause oder eben nicht? Was bewirkt, dass jemand die Werte versteht oder eben nicht? Diese Erkenntnisse sind Gold wert für die Verfeinerung Ihres Onboardings.
Regelmäßige Messungen schaffen auch eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung. Das Signal an neue Mitarbeitende ist klar: Eure Meinung zählt, wir wollen lernen und besser werden. Das ist an sich schon eine kraftvolle kulturelle Botschaft.
Die Frage ist nicht, ob Kultur für das Onboarding wichtig ist, sondern wie Sie dies konkret gestalten. Eine Reihe praktischer Schritte hilft dabei, Kultur zentraler in Ihrem Einarbeitungsprozess zu verankern.
Beginnen Sie bei der Basis: Machen Sie explizit, welche Kultur Sie vermitteln wollen. Was sind die Kernwerte? Wie äußern sich diese im täglichen Verhalten? Sorgen Sie dafür, dass Ihr Onboarding-Team und Ihre Führungskräfte dies klar formulieren und vor allem zeigen können.
Integrieren Sie Kultur in jeden Kontaktpunkt. Vom ersten Bewerbungsgespräch bis zum Evaluierungsgespräch nach drei Monaten. Lassen Sie Kandidat:innen bereits während des Bewerbungsprozesses erleben, wie Sie arbeiten. Besprechen Sie in der ersten Woche nicht nur, was jemand tun muss, sondern auch wie Sie Dinge tun und warum.
Schaffen Sie Raum für Verbindung. Sorgen Sie dafür, dass neue Mitarbeitende verschiedene Menschen kennenlernen, nicht nur ihr direktes Team. Organisieren Sie informelle Momente, bei denen Kultur natürlich zum Ausdruck kommt. Denken Sie an Teamlunches, Kaffeemomente oder kurze Kennenlern-Gespräche mit Kolleg:innen aus anderen Abteilungen.
Machen Sie Führungskräfte zu Eigentümer:innen des kulturellen Onboardings. Sie sind die wichtigsten Rollenmodelle und Kulturträger:innen. Schulen Sie sie darin, wie sie Kultur vermitteln und besprechbar machen können. Geben Sie ihnen Zeit und Tools, um dies gut zu tun.
Messen und verbessern Sie kontinuierlich. Nutzen Sie Mitarbeiterbefragungen, um zu prüfen, wie neue Mitarbeitende die Kultur erleben. Analysieren Sie die Daten, besprechen Sie die Erkenntnisse und passen Sie Ihren Ansatz an. Machen Sie dies zu einem zyklischen Prozess, nicht zu einer einmaligen Aktion.
Ein kulturgetriebenes Onboarding erfordert Investition. Zeit von Führungskräften, Aufmerksamkeit von Kolleg:innen, strukturelle Nachverfolgung. Aber diese Investition zahlt sich vielfach zurück.
Organisationen, die Kultur in ihrem Onboarding ernst nehmen, sehen neue Mitarbeitende schneller produktiv werden, länger bleiben und mehr beitragen. Sie bauen Teams auf, die nicht nur funktionieren, sondern florieren. Sie schaffen eine Umgebung, in der Menschen arbeiten und bleiben wollen.
Die Frage ist nicht, ob Sie es sich leisten können, in kulturgetriebenes Onboarding zu investieren. Die Frage ist, ob Sie es sich leisten können, es nicht zu tun. In einem Arbeitsmarkt, in dem Talente knapp sind und Erwartungen hoch, macht Kultur den Unterschied zwischen Mitarbeitenden, die bleiben und wachsen, und Mitarbeitenden, die nach einem Jahr schon wieder gehen.
Beginnen Sie damit zu messen, wo Sie jetzt stehen. Fragen Sie neue Mitarbeitende, wie sie die Kultur erleben. Analysieren Sie, wo die Lücken zwischen dem liegen, was Sie ausstrahlen wollen, und dem, was Menschen tatsächlich erleben. Diese Erkenntnisse bilden die Basis für gezielte Verbesserungen, die wirklich Auswirkungen auf Ihre Organisation haben.
Über den Autor
Leon Salm
Leon ist ein leidenschaftlicher Autor und Gründer von Deepler. Mit seinem scharfen Blick für das System und seiner Leidenschaft für die Software hilft er seinen Kunden, Partnern und Organisationen dabei, voranzukommen.
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