Die Auswirkung der Unternehmenskultur auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter

Der Einfluss der Unternehmenskultur auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden

In den letzten Jahren hat sich viel verändert in der Art und Weise, wie wir Arbeit betrachten. Während früher Gehalt und Zusatzleistungen die wichtigsten Faktoren waren, spielt heute auch die Unternehmenskultur eine entscheidende Rolle dabei, wie sich Mitarbeitende fühlen und wie sie performen. Und das zu Recht, denn der Einfluss der Kultur auf das Wohlbefinden ist enorm.

Als HR-Professional sehen Sie es täglich: Mitarbeitende, die sich wertgeschätzt fühlen, performen besser, sind loyaler und nehmen seltener Krankheitsurlaub. Umgekehrt kann eine toxische Arbeitskultur zu Burn-outs, hoher Fluktuation und strukturellem Krankenstand führen. Die Frage ist nicht mehr, ob Unternehmenskultur wichtig ist, sondern wie Sie als Organisation eine Kultur schaffen, die Mitarbeitende unterstützt, anstatt sie auszulaugen.

Warum Kultur so entscheidend für das Wohlbefinden ist

Unternehmenskultur ist mehr als eine Sammlung von Werten auf Ihrer Website. Es ist die tägliche Realität, in der Mitarbeitende operieren: wie miteinander kommuniziert wird, welches Verhalten belohnt wird, wie mit Fehlern umgegangen wird und ob Menschen sich sicher fühlen, ihre Meinung zu äußern. Diese Kultur bestimmt in hohem Maße, wie sich Mitarbeitende fühlen, wenn sie morgens zur Arbeit gehen.

In einer gesunden Kultur erleben Menschen psychologische Sicherheit, fühlen sich gehört und wertgeschätzt und haben das Gefühl, dass ihre Arbeit von Bedeutung ist. Das führt zu mehr Motivation, besseren Leistungen und geringerem Krankenstand.

In einer ungesunden Kultur hingegen fühlen sich Mitarbeitende unsicher, nicht wertgeschätzt oder ständig unter Druck. Sie trauen sich nicht, Fragen zu stellen, werden nicht in Entscheidungen einbezogen und erleben eine schlechte Work-Life-Balance. Die Folgen? Stress, Demotivation und letztendlich Ausfall durch psychische Beschwerden.

Die sichtbare Auswirkung auf Moral und Motivation

Die Moral innerhalb einer Organisation ist direkt mit der vorherrschenden Kultur verbunden. Wenn sich Mitarbeitende als Teil eines Teams fühlen, in dem Vertrauen und Respekt im Mittelpunkt stehen, sehen Sie das in ihrer Haltung und Energie. Sie sind bereit, einen Schritt weiter zu gehen, denken bei Verbesserungen mit und bleiben länger in der Organisation.

Motivation entsteht nicht nur durch externe Anreize wie Boni oder Beförderungen. Intrinsische Motivation erwächst aus Sinnstiftung, Autonomie und dem Gefühl, kompetent zu sein. Eine Kultur, die Mitarbeitenden den Raum gibt, selbst Entscheidungen zu treffen, die Fehler als Lernmomente sieht und die persönliche Entwicklung fördert, nährt diese intrinsische Motivation.

Umgekehrt kann eine Kultur von Mikromanagement, unklaren Erwartungen und mangelnder Wertschätzung die Motivation vollständig verdampfen lassen. Mitarbeitende fühlen sich dann nicht mehr mit der Organisation verbunden und tun nur noch das absolut Notwendige.

Faktoren, die Ihre Unternehmenskultur prägen

Unternehmenskultur entsteht nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis bewusster und unbewusster Entscheidungen, die täglich getroffen werden. Führung spielt hierbei die wichtigste Rolle. Die Art und Weise, wie Führungskräfte kommunizieren, Feedback geben und mit Herausforderungen umgehen, bestimmt in hohem Maße die Kultur ihres Teams und letztendlich der gesamten Organisation.

Auch die Struktur und Prozesse innerhalb Ihrer Organisation beeinflussen die Kultur. Sind Entscheidungsprozesse transparent? Erhalten Mitarbeitende die Tools und Mittel, um ihre Arbeit gut zu erledigen? Gibt es Raum für Feedback und Verbesserung? Diese scheinbar praktischen Aspekte haben einen direkten Einfluss darauf, wie Menschen ihre Arbeit erleben.

Darüber hinaus spielt das physische und soziale Arbeitsumfeld eine Rolle. Wie flexibel ist die Organisation bei Arbeitszeiten und -orten? Wird in Teambuilding und gegenseitige Verbindung investiert? Gibt es Möglichkeiten für informelle Kontakte? Diese Aspekte tragen dazu bei, wie verbunden sich Mitarbeitende mit ihren Kolleginnen und Kollegen und der Organisation fühlen.

Sieben Merkmale, die den Unterschied machen

Aus Untersuchungen zu psychischem Krankenstand geht hervor, dass es spezifische Kulturmerkmale gibt, die eine schützende Wirkung gegen Stress und Burn-out haben. Eine Kultur, in der offene Kommunikation gefördert wird, sorgt dafür, dass Probleme frühzeitig erkannt und angegangen werden, bevor sie eskalieren.

Organisationen, die Aufmerksamkeit für Arbeitsbelastung haben und realistische Erwartungen stellen, verzeichnen weniger Ausfälle durch Überlastung. Das bedeutet nicht, dass nicht hart gearbeitet werden darf, aber dass es Balance gibt und Mitarbeitende nicht strukturell überlastet werden.

Eine Kultur der Wertschätzung und Anerkennung hat einen enorm positiven Effekt auf das Wohlbefinden. Mitarbeitende, die sich für ihren Beitrag gesehen und wertgeschätzt fühlen, erleben mehr Arbeitsfreude und sind widerstandsfähiger gegen Stress. Dies muss nicht immer in großen Gesten geschehen, oft sind es die kleinen täglichen Momente der Anerkennung, die den Unterschied machen.

Psychologische Sicherheit ist ein weiteres entscheidendes Merkmal. In Teams, in denen sich Menschen sicher fühlen, Fragen zu stellen, Fehler zuzugeben und neue Ideen zu teilen, sehen Sie mehr Innovation und weniger Angst und Stress. Mitarbeitende trauen sich, sie selbst zu sein, und müssen keine Energie darauf verschwenden, Unsicherheiten zu verbergen.

Entwicklungsmöglichkeiten und Autonomie sind ebenfalls wichtig. Wenn Mitarbeitende das Gefühl haben, dass sie wachsen können und Einfluss auf ihre eigene Arbeit haben, erleben sie mehr Kontrolle und Sinnhaftigkeit. Dies schützt vor Gefühlen der Machtlosigkeit, die zu mentaler Erschöpfung führen können.

Auch das Ausmaß, in dem die Organisation Aufmerksamkeit für die Work-Life-Balance hat, spielt eine Rolle. Kulturen, in denen es normal ist, nach Arbeitszeit erreichbar zu sein oder in denen Überstunden verherrlicht werden, führen zu chronischem Stress und Burn-out.

Schließlich gibt es noch die Qualität der Beziehungen am Arbeitsplatz. Gute kollegiale Verhältnisse und unterstützende Führungskräfte fungieren als Puffer gegen Arbeitsstress und tragen zu Arbeitsfreude und Wohlbefinden bei.

Von Einsicht zu Aktion

Das Schöne an Unternehmenskultur ist, dass sie beeinflussbar ist. Als HR-Professional oder Führungskraft können Sie konkrete Schritte unternehmen, um eine gesündere Kultur zu schaffen. Aber wo fangen Sie an?

Beginnen Sie damit, die aktuelle Situation zu erfassen. Wie erleben Mitarbeitende die Kultur jetzt? Was sind die Stärken und wo liegen die Schmerzpunkte? Mitarbeiterbefragungen sind hierfür ein wertvolles Instrument, sofern sie gut aufgesetzt werden und die Ergebnisse auch wirklich für Verbesserungen genutzt werden.

Beziehen Sie Mitarbeitende in die Gestaltung von Verbesserungen ein. Kulturveränderung von oben aufzuerlegen funktioniert selten. Wenn Teams selbst mitdenken, wie sie besser zusammenarbeiten wollen und was sie brauchen, um sich wohlzufühlen, ist die Chance auf nachhaltige Veränderung viel größer.

Investieren Sie in Führungskräfteentwicklung. Führungskräfte sind die Träger der Kultur und haben den größten Einfluss darauf, wie ihre Teammitglieder die Arbeit erleben. Trainieren Sie sie im Führen guter Gespräche, im Geben konstruktiven Feedbacks und im Schaffen psychologischer Sicherheit.

Machen Sie Wohlbefinden besprechbar und messbar. Integrieren Sie es in reguläre Gespräche und Evaluationen. Monitoren Sie nicht nur harte KPIs wie Krankenstandszahlen, sondern auch weiche Indikatoren wie Engagement und Arbeitsfreude. So können Sie Trends signalisieren, bevor sie zu Problemen führen.

Der Return on Investment einer gesunden Kultur

Der Business Case für Investitionen in eine gesunde Unternehmenskultur ist stärker denn je. Organisationen mit einer positiven Kultur verzeichnen höhere Bindungsraten, was zu niedrigeren Rekrutierungs- und Ausbildungskosten führt. Sie performen besser, weil motivierte Mitarbeitende produktiver und innovativer sind.

Auch der Krankenstand liegt strukturell niedriger in Organisationen mit einer gesunden Kultur. Das spart nicht nur direkte Kosten, sondern auch die indirekten Auswirkungen auf Teams, die Kolleginnen und Kollegen auffangen müssen. Niederländische Unternehmen geben der Bedeutung des Wohlbefindens der Mitarbeitenden durchschnittlich eine 8 auf einer Skala von 10, und das nicht ohne Grund.

Darüber hinaus hat eine starke Kultur einen positiven Effekt auf Ihre Arbeitgebermarke. In einem angespannten Arbeitsmarkt ist das ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Mitarbeitende, die sich wohlfühlen, sind Ihre besten Botschafter und ziehen vergleichbares Talent an.

Der nächste Schritt für Ihre Organisation

Unternehmenskultur und Wohlbefinden der Mitarbeitenden sind untrennbar miteinander verbunden. Als Organisation haben Sie die Wahl: Lassen Sie Ihre Kultur durch Zufall entstehen, oder gestalten Sie bewusst ein Umfeld, in dem Menschen gedeihen können? Die Organisationen, die hierin investieren, sehen das in besseren Ergebnissen, loyaleren Mitarbeitenden und einem gesünderen Arbeitsumfeld.

Es erfordert Aufmerksamkeit, Bewusstsein und manchmal mutige Entscheidungen, aber der Ertrag ist es mehr als wert. Beginnen Sie damit, zuzuhören, was in Ihrer Organisation vor sich geht. Messen Sie regelmäßig, wie Mitarbeitende die Kultur und ihr Wohlbefinden erleben. Nutzen Sie diese Erkenntnisse, um gezielte Verbesserungen durchzuführen.

Und vergessen Sie nicht: Kulturveränderung ist kein Projekt mit einem Enddatum, sondern ein kontinuierlicher Prozess von Aufmerksamkeit und Verbesserung.

Über den Autor

Lächelnder Mann mit Brille sitzt an einem Schreibtisch mit einem Laptop in einem modernen Büroraum.

Leon Salm

Leon ist ein leidenschaftlicher Autor und Gründer von Deepler. Mit seinem scharfen Blick für das System und seiner Leidenschaft für die Software hilft er seinen Kunden, Partnern und Organisationen dabei, voranzukommen.

Lächelnder Mann mit Brille sitzt an einem Schreibtisch mit einem Laptop in einem modernen Büroraum.

Termin für eine Beratung vereinbaren

Sind Sie bereit, aktiv zu werden? Wir werden gemeinsam den besten Ansatz finden.